Vitamin D3: Nahrungsergänzung oder Biozidwirkstoff?

Was dir über den Vitamin-D-Hype kaum jemand sagt

Millionen Menschen nehmen täglich Vitamin D3 ein. Ein paar Tropfen am Morgen. Eine Kapsel im Winter. Eine Empfehlung nach dem Bluttest. Für die Knochen. Für das Immunsystem. Für die Stimmung. Für die Gesundheit.

So wurde es uns über Jahre erzählt.

Für viele Menschen ist Vitamin D3 heute fast schon ein Pflichtprogramm. Kaum ein anderer Stoff wurde in den letzten Jahren so stark beworben, so häufig empfohlen und so selbstverständlich eingenommen. Ein niedriger Vitamin-D-Wert vermittelt schnell den Eindruck: Da fehlt etwas. Der Körper scheint Unterstützung zu brauchen – und schon wirkt die Einnahme fast logisch.

Doch genau hier beginnt das Problem.

Denn je genauer man hinschaut, desto mehr bröckelt das einfache Bild vom harmlosen Sonnenvitamin. Vitamin D3 ist kein gewöhnliches Vitamin. Es ist ein biologisch hochaktiver Stoff. Es greift in Regulationsprozesse ein. Es beeinflusst den Kalziumstoffwechsel. Es wird industriell hergestellt. Und Cholecalciferol – also Vitamin D3 – ist in der EU auch als Biozidwirkstoff für Rodentizide zugelassen, also für Mittel zur Bekämpfung von Ratten und Mäusen. [9] [10]

Das muss man erst einmal stehen lassen.

Ein Stoff, den Menschen täglich als Nahrungsergänzung einnehmen, ist gleichzeitig ein zugelassener Wirkstoff in der Schädlingsbekämpfung.

🎥 Video zum Thema

Zu diesem Artikel gibt es auch ein ausführliches YouTube-Video, in dem ich die wichtigsten Punkte noch einmal klar und verständlich aufgreife: die Herstellung von Vitamin D3, die Studienlage, den Laborwert 25-Hydroxyvitamin D und die Frage, warum Cholecalciferol auch als Biozidwirkstoff auftaucht.

Natürlich sprechen wir dabei über unterschiedliche Mengen. Aber der eigentliche Punkt ist ein anderer: Ein Stoff, der biologisch stark genug ist, über den Kalziumstoffwechsel Organversagen bei Nagetieren auszulösen, ist keine harmlose Wellnesssubstanz. [10] [11]

Vitamin D3 ist kein klassisches Vitamin

Schon der Name führt viele in die Irre. Vitamin D3 wird zwar als Vitamin bezeichnet, ist aber streng genommen kein klassisches Vitamin. Es wird vielmehr als Prohormon eingeordnet. [9] [10]

Das ist kein kleines Detail. Es ist ein grundlegender Unterschied.

Ein klassisches Vitamin muss der Körper über die Nahrung aufnehmen, weil er es nicht selbst herstellen kann. Vitamin D hingegen kann der Körper grundsätzlich selbst bilden – über Sonnenlicht und Haut. Dort beginnt der natürliche Prozess: UVB-Licht trifft auf 7-Dehydrocholesterol in der Haut, und der Körper bildet Vitamin D innerhalb seiner eigenen Regulationsmechanismen.

Das ist etwas völlig anderes als eine isolierte Substanz in Tropfen, Kapseln oder Tabletten.

Der natürliche Prozess findet über Sonnenlicht, Haut, Stoffwechsel und körpereigene Regulation statt. Das Supplement kommt aus industrieller Herstellung. Und genau diese Unterscheidung wird in der öffentlichen Diskussion viel zu selten sauber gemacht.

Aus Sonnenlicht wird im Körper Vitamin D – aber aus der Flasche kommt ein Laborprodukt

Viele Menschen glauben, Vitamin-D3-Präparate seien im Grunde konzentriertes Sonnenlicht. Etwas Natürliches. Etwas, das einfach den Winter ausgleicht.

Doch so entsteht Vitamin D3 in Nahrungsergänzungen nicht.

Gängiges Vitamin D3 stammt häufig aus Lanolin, also Wollfett aus Schafwolle. Was auf der Verpackung oft nach „natürlichem Vitamin D“ klingt, ist in Wirklichkeit ein industriell erzeugter, isolierter Stoff. Der Herstellungsprozess ist komplex und führt über mehrere chemische Zwischenschritte. Schafwolle wird verarbeitet, das Wollfett wird herausgelöst, gereinigt, gebleicht und chemisch weiterverarbeitet. Dabei kommen Stoffe zum Einsatz, die man im Zusammenhang mit einem Gesundheitsprodukt kaum erwarten würde: Lösungsmittel wie Hexan, Aceton und verschiedene Alkohole, außerdem starke Basen, Oxidationsmittel und Katalysatoren auf Metallbasis. [13]

Aus dem Lanolin wird also nicht einfach Vitamin D gewonnen. Das Ausgangsmaterial wird chemisch zerlegt, umgebaut, oxidiert, weiterverarbeitet und gereinigt. Ein chinesisches Patent zur Herstellung von Vitamin D3 aus Lanolin beschreibt den Prozess ausdrücklich als industrielles Verfahren. Dabei wird Lanolin zunächst in einer Alkohollösung verseift. Anschließend folgen mehrere chemische Verarbeitungsschritte, darunter Acetylierung, Oxidation, Hydrazonierung, Dehydrohydrazonierung, Hydrolyse und schließlich Belichtung, um Vitamin D3 zu erhalten. [13]

Noch deutlicher wird es in einem konkreten Ausführungsbeispiel des Patents. Dort werden 50 kg Lanolin mit 500 Litern 80%igem Methanol und 10 kg Natriumhydroxid in einen Reaktionskessel gegeben und unter Rückfluss verseift. [13]

Das ist kein Sonnenstrahl in der Flasche

Erst nach diesen zahlreichen Verarbeitungsschritten entsteht eine Vorstufe, die anschließend künstlich mit UV-Licht bestrahlt wird. Dadurch entsteht Cholecalciferol – also das, was später als Vitamin D3 in Tropfen, Kapseln oder Tabletten verkauft wird. Danach folgen weitere Reinigungs- und Aufbereitungsschritte, bis ein hochreiner, isolierter Stoff übrig bleibt.

Das muss man klar sagen: Vitamin D3 als Supplement ist nicht dasselbe wie der natürliche Bildungsprozess über Sonnenlicht und Haut. Im Körper entsteht Vitamin D eingebettet in einen lebendigen Regelkreis. In der Nahrungsergänzung liegt ein industriell erzeugter Stoff vor, der durch chemische Verarbeitung, künstliche UV-Bestrahlung und anschließende Aufreinigung entsteht.

Und genau hier stellt sich die unbequeme Frage: Warum wird dieser Stoff so häufig als „natürlich“ verkauft, obwohl seine Herstellung mit dem natürlichen Vorgang in der Haut kaum noch etwas gemeinsam hat?

Was ein Patent über Vitamin D3 verrät

Ein besonders aufschlussreicher Blick führt nicht in die Werbung, sondern in die Patentdatenbanken.

Denn dort wird nicht erzählt, was Verbraucher hören sollen. Dort wird beschrieben, wie ein Stoff industriell hergestellt werden kann.

Ein Patent auf so ein Verfahren zeigt nicht, dass Vitamin D3 „natürlich“ entsteht. Es zeigt, dass ein industrielles Verfahren entwickelt wurde, um aus einem Rohstoff über chemische Zwischenschritte einen isolierten Wirkstoff herzustellen. Genau das ist der entscheidende Punkt: Was im Marketing als Sonnenvitamin erscheint, sieht in der technischen Herstellung völlig anders aus. [13]

Natürlich ist ein Patent an sich kein Beweis für Schädlichkeit. Aber es ist ein Beleg dafür, dass wir es hier nicht mit einem einfachen Naturstoff aus Sonnenlicht zu tun haben, sondern mit einem industriell erzeugten Produkt.

Wer Vitamin D3 kauft, kauft nicht einfach „Sonne“. Er kauft einen isolierten Stoff, der hergestellt, gereinigt, stabilisiert, abgefüllt, transportiert und vermarktet wurde. Und genau deshalb reicht es nicht, nur auf die Vorderseite der Verpackung zu schauen.

Und was ist mit veganem Vitamin D3 aus Flechten oder Algen?

An dieser Stelle kommt häufig der Einwand: Es gibt doch auch veganes Vitamin D3 aus Flechten oder Algen.

Ja, Cholecalciferol kann auch aus Flechten gewonnen werden. Und es gibt Verfahren, bei denen Vitamin-D3-Vorstufen aus Algen oder Algen-Verarbeitungsströmen genutzt werden. Doch auch hier muss man klar bleiben: Nur weil der Ausgangsstoff nicht aus Schafwolle stammt, ist das Endprodukt nicht automatisch dasselbe wie der natürliche Bildungsprozess über Sonnenlicht und Haut.

Vegan bedeutet nicht automatisch natürlich

Auch bei veganem Vitamin D3 geht es nicht darum, dass ein Mensch in der Sonne steht und der Körper innerhalb seiner eigenen Regulation Vitamin D bildet. Es geht um Rohstoffe, Extraktion, Aufbereitung, Isolierung, Konzentration und technische Verarbeitung. Bei algenbasierten Verfahren werden beispielsweise Bestandteile aus Algen-Verarbeitungsströmen verseift, unverseifbare Cholesterinanteile abgetrennt und anschließend durch UV-Bestrahlung zu Vitamin D3 umgewandelt. [14]

Auch bei Vitamin D3 aus Flechten geht es nicht einfach um „Natur pur“. Ein Patent zu einem Vitamin-D3-Oralspray nennt nicht-tierisches Vitamin D3 aus Pflanzen oder Flechten und spricht ausdrücklich von Extraktion bzw. Methoden zur Extraktion aktiver Verbindungen aus Pflanzen- oder Flechtenrohstoffen. [15]

Ein Branchenbericht zu Vitashine beschreibt den Prozess noch deutlicher: Wild geerntete Flechten werden gesammelt, gewaschen und anschließend in einem mehrstufigen Verfahren mit Ethanol extrahiert, gereinigt und konzentriert, bevor der Stoff in ein pflanzliches Trägeröl überführt wird. [16]

Damit ist auch Vitamin D3 aus Flechten kein Sonnenlicht in der Flasche. Es ist ein isolierter Stoff aus einem Rohmaterial, der gewonnen, extrahiert, gereinigt, konzentriert und weiterverarbeitet wird. Vegan bedeutet hier nicht: identisch mit dem natürlichen Bildungsprozess über Haut und Sonnenlicht. Vegan bedeutet nur: Der Ausgangsstoff ist nicht Lanolin.

Der entscheidende Unterschied bleibt bestehen: Natürliches Vitamin D entsteht im Körper über Sonnenlicht und Haut. Vitamin D3 aus der Kapsel oder Tropfenflasche ist ein isolierter Stoff, der aus einem Rohstoff gewonnen, verarbeitet, gereinigt, konzentriert und in eine verkäufliche Form gebracht wird.

Die Frage ist also nicht nur, ob Vitamin D3 aus Lanolin, Flechten oder Algen stammt. Die Frage ist, warum ein körpereigener, lichtabhängiger Regulationsprozess überhaupt durch einen isolierten Stoff ersetzt werden soll, der industriell hergestellt und anschließend täglich eingenommen wird.

Die großen Versprechen – und was die Studien tatsächlich zeigen

Vitamin D3 wird mit enormen Erwartungen verbunden. Schutz vor Krebs. Schutz vor Herz-Kreislauf-Erkrankungen. Bessere Knochengesundheit. Stärkeres Immunsystem. Gesundes Altern. Mehr Vitalität.

Doch wenn man nicht auf Werbeaussagen schaut, sondern auf große Studien, wird das Bild deutlich nüchterner.

Die VITAL-Studie: Ernüchternde Ergebnisse

Eine der wichtigsten Studien ist die VITAL-Studie von Manson et al., veröffentlicht 2019 im New England Journal of Medicine. Mehr als 25.000 Teilnehmer erhielten täglich 2.000 Internationale Einheiten Vitamin D3 oder ein Placebo. Untersucht wurde, ob Vitamin D3 vor invasiven Krebserkrankungen oder schweren Herz-Kreislauf-Ereignissen schützt.

Das Ergebnis war ernüchternd: Die tägliche Einnahme von 2.000 Internationalen Einheiten Vitamin D3 führte nicht zu einer niedrigeren Rate invasiver Krebserkrankungen oder schwerer kardiovaskulärer Ereignisse. [1]

Das ist ein harter Befund.

Denn genau dort, wo Vitamin D3 seit Jahren mit großen Hoffnungen verbunden wird, zeigte diese große randomisierte Studie keinen allgemeinen präventiven Durchbruch.

Kein signifikanter Schutz vor invasivem Krebs. Kein signifikanter Schutz vor schweren Herz-Kreislauf-Ereignissen. Das bedeutet nicht, dass Vitamin D in echten Mangelsituationen grundsätzlich bedeutungslos wäre. Aber es bedeutet sehr wohl: Die pauschale Vorstellung, jeder gesunde Erwachsene solle vorsorglich Vitamin D3 einnehmen, steht wissenschaftlich auf deutlich wackeligeren Beinen, als viele glauben.

Was ist mit Studien, die positive Effekte zeigen?

Natürlich gibt es auch ältere Arbeiten, die Vitamin D günstiger einordnen. Eine Meta-Analyse von Autier und Gandini aus dem Jahr 2007 berichtete eine niedrigere Gesamtsterblichkeit unter Vitamin-D-Gabe. Auf den ersten Blick klingt das nach einem starken Argument für Vitamin D3. [4]

Doch bei genauerem Hinsehen wird diese Aussage deutlich schwächer. Die Analyse umfasste 18 randomisierte Studien mit insgesamt 57.311 Teilnehmern und fand eine relative Risikoreduktion der Gesamtsterblichkeit von 0,93. Das Ergebnis lag also nur knapp im statistisch positiven Bereich. [4]

Entscheidend ist jedoch: Die meisten dieser Studien waren gar nicht dafür angelegt, die Gesamtsterblichkeit zu untersuchen. Laut Studienbericht hatte nur eine der eingeschlossenen Studien Sterblichkeit als eigentlichen Endpunkt. Viele Arbeiten befassten sich ursprünglich mit Frakturen, Knochendichte, Stürzen oder älteren, teils gebrechlichen Personen. Teilweise wurde Vitamin D außerdem gemeinsam mit Calcium gegeben. [4]

Eine unabhängige Bewertung dieser Meta-Analyse kam deshalb zu dem Schluss, dass die Zuverlässigkeit der Schlussfolgerung unklar ist, unter anderem wegen methodischer Schwächen in der Berichterstattung und fehlender Qualitätsbewertung der eingeschlossenen Studien. [4]

Diese Quelle zeigt also nicht, dass Vitamin D3 allgemein ein Lebensverlängerer ist. Sie zeigt vor allem, wie vorsichtig man mit positiven Schlagzeilen umgehen muss. Aus einem knapp positiven Ergebnis in sehr unterschiedlichen Studiengruppen wurde später ein großes Gesundheitsversprechen gemacht. Genau das ist der Punkt: Einzelne Hinweise wurden größer verkauft, als die Daten es tragen.

Niedrige Vitamin-D-Werte: Ursache oder Marker?

Eine weitere wichtige Arbeit ist die systematische Übersichtsarbeit von Autier, Boniol, Pizot und Mullie aus dem Jahr 2014 in The Lancet Diabetes & Endocrinology. Diese Arbeit stellte eine entscheidende Frage: Sind niedrige Vitamin-D-Werte wirklich die Ursache vieler Erkrankungen – oder eher ein Marker dafür, dass im Körper bereits etwas nicht stimmt?

Die Autoren hinterfragen, ob niedrige Vitamin-D-Werte tatsächlich Ursache vieler Erkrankungen sind oder eher ein Marker für Krankheit und schlechte Gesundheit. Sie sehen keinen klaren Nachweis dafür, dass Vitamin-D-Supplementierung viele der untersuchten nicht-skelettalen Erkrankungen zuverlässig verhindert. [3]

Das ist ein entscheidender Punkt.

Denn wenn ein niedriger Vitamin-D-Wert nur ein Hinweis auf andere Prozesse im Körper ist, dann ist es möglicherweise ein Denkfehler, einfach den Laborwert hochzuschieben und zu glauben, damit sei das eigentliche Problem gelöst. Dann behandelt man eine Zahl. Aber nicht unbedingt die Ursache.

Knochengesundheit: Auch hier ist die Datenlage nicht so klar, wie viele denken

Vitamin D3 wird besonders häufig für Knochen, Stürze und Frakturen empfohlen. Doch auch hier lohnt sich der Blick in die Studien.

Bolland et al. veröffentlichten 2018 eine systematische Übersichtsarbeit mit Meta-Analyse und Trial Sequential Analysis in The Lancet Diabetes & Endocrinology. Diese Arbeit kam zu dem Ergebnis, dass Vitamin-D-Supplementierung Frakturen oder Stürze nicht verhindert und keine klinisch bedeutsamen Effekte auf die Knochendichte zeigt. [5]

Auch das ist unbequem.

Denn gerade die Knochengesundheit gehört zu den wichtigsten Argumenten für Vitamin D3. Wenn aber große Übersichtsarbeiten zeigen, dass Supplementierung bei Frakturen, Stürzen und Knochendichte nicht die erwarteten klinischen Effekte bringt, muss man ehrlich fragen: Warum wird Vitamin D3 dann weiterhin so selbstverständlich als Knochenversicherung dargestellt?

Herz-Kreislauf: Keine überzeugende Prävention

Auch der Zusammenhang mit Herz-Kreislauf-Erkrankungen wurde untersucht.

Pei et al. veröffentlichten 2022 eine systematische Übersichtsarbeit und Meta-Analyse randomisierter klinischer Studien in Nutrients. Diese Meta-Analyse fand keinen Zusammenhang zwischen Vitamin-D-Supplementierung und einem niedrigeren Risiko für kardiovaskuläre Ereignisse. [7] Auch hier zeigt sich dasselbe Muster: Große Versprechen, große Erwartungen, aber keine klare Bestätigung durch die Studiendaten.

Anti-Aging: Viel Hoffnung, wenig belastbare Human-Evidenz

Auch im Bereich Anti-Aging wird Vitamin D gerne ins Spiel gebracht. Doch Ruggiero et al. ordneten Vitamin D 2024 im Zusammenhang mit Alterungsprozessen ein und kamen zu dem Schluss, dass die Evidenz zu möglichen Effekten von Vitamin D auf die sogenannten Hallmarks of Aging beim Menschen bisher begrenzt ist und überwiegend auf präklinischen Modellen beruht. [12]

Das bedeutet: Es gibt Forschungsinteresse. Es gibt Hypothesen. Es gibt präklinische Modelle. Aber daraus lässt sich kein belastbares Versprechen für den Menschen ableiten. Und genau das ist der Punkt: Aus Hypothesen werden im Gesundheitsmarkt oft Versprechen. Aus Beobachtungen werden Empfehlungen. Aus Laborwerten werden Diagnosen. Und aus einem komplexen körpereigenen Regulationsprozess wird ein Produkt.

Toxizität: Hochaktiv heißt nicht harmlos

Vitamin D3 ist fettlöslich. Es wird im Körper gespeichert. Und bei zu hohen oder langfristig erhöhten Mengen kann es problematisch werden.

Vieth behandelte 2007 in Vitamin D toxicity, policy, and science die Frage der Vitamin-D-Toxizität, chronisch hoher Werte und sicherer Obergrenzen. Der Artikel ist relevant für die Einordnung, dass Vitamin D als fettlöslicher Stoff bei hohen Mengen nicht beliebig harmlos ist. [2]

Bei Vitamin-D-Überdosierung steht vor allem die Hyperkalzämie im Zentrum – also ein zu hoher Kalziumspiegel im Blut. Daraus können Nierenbelastungen, Gewebeverkalkungen, Gefäßprobleme und Herzrhythmusstörungen entstehen. [2] [10] [11]

Das ist keine Kleinigkeit. Denn Vitamin D3 wird häufig so dargestellt, als könne man damit kaum etwas falsch machen. Doch eine Substanz, die tief in den Kalziumstoffwechsel eingreift, ist nicht belanglos. Und sie wird auch nicht dadurch harmlos, dass sie in einer schönen Verpackung als Nahrungsergänzung verkauft wird.

Cholecalciferol als Rodentizid: Der unangenehme Fakt

Cholecalciferol wird nicht nur als Nahrungsergänzung verkauft. Es wird auch als Rodentizid-Wirkstoff eingesetzt.

Die EU-Biozid-Verordnung bildet den rechtlichen Rahmen für Biozidprodukte in der EU. Sie regelt die Genehmigung von Wirkstoffen und die Zulassung von Biozidprodukten. [9]

UMCO beschreibt Cholecalciferol ausdrücklich als bioziden Wirkstoff für Rodentizide und weist darauf hin, dass Cholecalciferol aufgrund endokriner Eigenschaften als zu ersetzender Wirkstoff gilt. Die Genehmigung erfolgte 2019 auf Basis einer Ausnahmeregelung. [10]

Noh et al. untersuchten 2023 in Scientific Reports die Wirksamkeit eines Cholecalciferol-Rodentizids zur Kontrolle von Holzratten und betrachteten auch mögliche Sekundärvergiftungen bei Schleiereulen. Diese Studie ist relevant, weil sie Cholecalciferol ausdrücklich im Kontext der Nagetierbekämpfung untersucht. [11]

Noch einmal klar gesagt: Eine normale Nahrungsergänzungsmenge ist nicht dasselbe wie ein Rodentizid-Einsatz. Aber es bleibt die zentrale Tatsache: Der Stoff ist biologisch hochaktiv. Und sein Wirkmechanismus ist stark genug, um im Tier über Störungen im Kalziumhaushalt tödliche Folgen auszulösen. Das passt nicht zu dem Bild vom harmlosen Vitaminchen.

Der Laborwert 25-Hydroxyvitamin D: Misst man Gesundheit – oder nur eine Zahl?

Ein weiterer kritischer Punkt ist die Diagnostik.

Wenn Menschen von „Vitamin-D-Mangel“ sprechen, beziehen sie sich meist auf den Blutwert 25-Hydroxyvitamin D, kurz 25(OH)D. Dieser Wert gilt als Standardmarker für den Vitamin-D-Status.

Doch 25(OH)D ist nicht das aktive Vitamin-D-Hormon Calcitriol. Es ist ein Vorläufermetabolit beziehungsweise eine Speicherform. Der Wert gibt also nicht direkt an, wie gut der Körper tatsächlich reguliert, wie der Stoffwechsel arbeitet oder wie gesund ein Mensch ist.

Und genau hier wird es gefährlich einfach: Ein Laborwert ist niedrig. Also wird ein Mangel angenommen. Also wird supplementiert. Dann wird nachgemessen. Und das Ziel wird: Der Wert muss hoch. Aber Gesundheit ist kein einzelner Zahlenwert.

Viel Sonne – trotzdem niedrige Werte?

Besonders spannend sind Beobachtungen aus sonnenreichen Regionen.

Binkley et al. veröffentlichten 2007 die Studie Low vitamin D status despite abundant sun exposure. Die Studie fand niedrige Vitamin-D-Werte trotz reichlicher Sonnenexposition. Sie stellt damit die einfache Annahme infrage, dass viel Sonne automatisch zu hohen 25(OH)D-Werten führt. [6]

Auch Sedrani untersuchte niedrige 25-Hydroxyvitamin-D-Werte bei gleichzeitig normalen Serum-Calciumwerten in Saudi-Arabien. Diese Untersuchung zeigte niedrige 25-Hydroxyvitamin-D-Werte bei Menschen in der Region Riad, während die Serum-Calciumwerte normal blieben. [8]

Das stellt eine zentrale Annahme infrage: Wenn viel Sonne nicht automatisch hohe Laborwerte erzeugt und niedrige Werte nicht automatisch mit klaren gesundheitlichen Auffälligkeiten einhergehen, wie eindeutig ist dieser Wert dann wirklich? Und warum wird er so häufig behandelt, als könne er allein über Mangel, Gesundheit oder Krankheit entscheiden?

Der Denkfehler: Der Körper ist kein Fass, das man einfach auffüllt

Vielleicht liegt der eigentliche Fehler tiefer.

Vielleicht haben wir gelernt, Gesundheit zu sehr über Zahlen zu betrachten. Blutwerte. Normbereiche. Referenzbereiche. Zielwerte.

Natürlich können Laborwerte Hinweise geben. Aber sie sind nicht der Mensch. Sie sind nicht die ganze Wirklichkeit. Und sie ersetzen nicht das Verständnis für die Regulationsfähigkeit des Körpers.

Der Körper ist kein leeres Fass, das man einfach auffüllt. Er ist kein Chemiebaukasten. Und Gesundheit entsteht nicht automatisch dadurch, dass man einen isolierten Laborwert in einen gewünschten Bereich schiebt.

Gerade bei Vitamin D3 zeigt sich, wie schnell aus einem Marker ein Markt wird. Tests, Präparate, Kontrollmessungen, Ratgeber, Kurse, Empfehlungen, Produkte. Ein ganzer Gesundheitszweig lebt davon, dass möglichst viele Menschen glauben, einen Mangel zu haben.

Die Frage ist nicht, ob es echte Mangelsituationen gibt. Die gibt es.

Die Frage ist, ob aus einem komplexen Thema ein pauschaler Mangel-Reflex gemacht wurde. Und genau danach sieht es aus.

Was bleibt, wenn man die Fakten nüchtern anschaut?

Streng genommen ist Vitamin D3 kein klassisches Vitamin, sondern ein Prohormon. Über Sonnenlicht und Haut kann der Körper Vitamin D grundsätzlich selbst bilden. Präparate mit Vitamin D3 entstehen dagegen häufig industriell – über chemische Verarbeitungsschritte, künstliche UV-Bestrahlung und Reinigung. Auch die VITAL-Studie mit mehr als 25.000 Teilnehmern zeigte keinen signifikanten Schutz vor invasivem Krebs oder schweren Herz-Kreislauf-Ereignissen. [1] [13] [14]

Autier et al. stellten infrage, ob niedrige Vitamin-D-Werte Ursache vieler Erkrankungen sind oder eher Marker schlechter Gesundheit. Bolland et al. fanden keinen überzeugenden Nutzen von Vitamin-D-Supplementierung für Frakturen, Stürze oder klinisch bedeutsame Verbesserungen der Knochendichte. Pei et al. fanden keinen Zusammenhang zwischen Vitamin-D-Supplementierung und einem niedrigeren Risiko kardiovaskulärer Ereignisse. Ruggiero et al. beschrieben die Human-Evidenz zu Vitamin D und Anti-Aging als bisher begrenzt und überwiegend auf präklinischen Modellen beruhend. [3] [5] [7] [12] Cholecalciferol ist in der EU als Biozidwirkstoff für Rodentizide zugelassen. Der viel verwendete Laborwert 25(OH)D ist kein direkter Gesundheitsmarker, sondern ein indirekter Marker, der nicht isoliert über Gesundheit oder Krankheit entscheiden sollte. [9] [10] [11]

Fazit: Die wichtigste Frage ist nicht, wie hoch dein Vitamin-D-Wert ist

Vitamin D3 wurde jahrelang als einfache Lösung verkauft. Als Schutzstoff. Als Mangelretter. Als Gesundheitsversicherung. Als Sonnenersatz aus der Flasche.

Doch dieses Bild hält einer kritischen Prüfung nicht stand.

Die wissenschaftliche Datenlage ist deutlich weniger eindeutig, als viele Menschen glauben. Auch die Herstellung wirkt bei genauerem Hinsehen weit weniger natürlich, als es die Werbung nahelegt. Hinzu kommt eine Diagnostik, die sich stark auf einen einzelnen Laborwert stützt. Und dass Cholecalciferol auch als Biozidwirkstoff im Einsatz ist, sollte nicht unter den Tisch fallen.

Die wichtigste Frage ist deshalb nicht, wie hoch dein Vitamin-D-Wert ist. Die wichtigste Frage lautet: Warum wurde aus einem körpereigenen, lichtabhängigen Regulationsprozess ein Produkt gemacht, das heute millionenfach eingenommen, über Laborwerte kontrolliert und als Gesundheitslösung verkauft wird?

Zurück zu den Grundlagen

Diese Frage führt tiefer. Sie führt weg vom bloßen Auffüllen. Weg vom blinden Vertrauen in Zahlen. Weg von der Vorstellung, dass Gesundheit entsteht, wenn ein einzelner Wert in einen gewünschten Bereich gebracht wird.

Wer Vitamin D3 einnimmt, sollte nicht nur auf einen Laborwert schauen, sondern sich mit den Grundlagen beschäftigen: Was wird überhaupt gemessen? Was sagt dieser Wert tatsächlich aus? Was zeigen große randomisierte Studien? Wie wird das Präparat hergestellt? Welche Risiken sind bei hohen oder langfristig erhöhten Mengen bekannt? Und warum taucht derselbe Stoff auch im Biozidrecht auf?

Genau dort beginnt echte Eigenverantwortung: nicht beim Nachplappern von Empfehlungen, sondern beim Prüfen der Grundlagen. Statt blind einem Trend zu vertrauen, lohnt sich der Blick in die Studien. Und bevor der automatische Griff zur Tropfenflasche kommt, sollte die ehrliche Frage stehen, ob die Geschichte, die uns über Vitamin D3 erzählt wurde, überhaupt vollständig ist.

Vielleicht ist es an der Zeit, wieder einen Schritt zurückzugehen – weg von der Idee, dass Gesundheit hauptsächlich aus Laborwerten, Präparaten und ständiger Kontrolle entsteht. Der Körper braucht nicht immer den nächsten isolierten Stoff. Er braucht oft etwas viel Grundlegenderes: regelmäßige Bewegung, natürliches Tageslicht, Aufenthalt im Freien, frische Luft, Schlaf, Ruhe, eine passende Ernährung und einen Lebensstil, der nicht dauerhaft gegen die eigenen Bedürfnisse arbeitet.

Gerade beim Thema Vitamin D zeigt sich, wie weit wir uns manchmal vom Einfachen entfernt haben. Statt zuerst zu fragen, wie wir wieder mehr Licht, Natur, Bewegung und Rhythmus in unser Leben bringen können, greifen viele direkt zur Flasche. Doch Sonnenlicht ist kein Produkt. Bewegung in der Natur ist kein Laborwert. Und Gesundheit entsteht nicht dadurch, dass wir den Körper wie ein Defizit-System behandeln, das ständig von außen korrigiert werden muss. Die tiefere Frage lautet daher: Warum haben wir begonnen, einem isolierten Laborprodukt mehr zu vertrauen als den natürlichen Bedingungen, unter denen der Körper seine eigene Regulation entfalten kann?

Autorin: Sonja Mlineritsch

Quellen & Studien

  • [1] VITAL-Studie / Krebs & Herz-Kreislauf
    Manson J. E. et al. (2019)
    Vitamin D Supplements and Prevention of Cancer and Cardiovascular Disease.
    New England Journal of Medicine, 2019; 380:33–44.
    Die VITAL-Studie untersuchte mehr als 25.000 Teilnehmer. Die tägliche Einnahme von 2.000 Internationalen Einheiten Vitamin D3 führte nicht zu einer niedrigeren Rate invasiver Krebserkrankungen oder schwerer kardiovaskulärer Ereignisse.
    https://www.nejm.org/doi/full/10.1056/NEJMoa1809944
    https://doi.org/10.1056/NEJMoa1809944
  • [2] Vitamin-D-Toxizität
    Vieth R. (2007)
    Vitamin D toxicity, policy, and science.
    Journal of Bone and Mineral Research, 2007; 22(S2):V64–V68.
    Der Artikel behandelt Vitamin-D-Toxizität, chronisch hohe Werte und die Frage nach sicheren Obergrenzen. Er ist relevant für die Einordnung, dass Vitamin D als fettlöslicher Stoff bei hohen Mengen nicht beliebig harmlos ist.
    https://doi.org/10.1359/jbmr.07s221
    https://pubmed.ncbi.nlm.nih.gov/18290725/
  • [3] Vitamin D status and ill health
    Autier P., Boniol M., Pizot C., Mullie P. (2014)
    Vitamin D status and ill health: a systematic review.
    The Lancet Diabetes & Endocrinology, 2014; 2(1):76–89.
    Diese systematische Übersichtsarbeit hinterfragt, ob niedrige Vitamin-D-Werte tatsächlich Ursache vieler Erkrankungen sind oder eher ein Marker für Krankheit und schlechte Gesundheit. Die Autoren sehen keinen klaren Nachweis dafür, dass Vitamin-D-Supplementierung viele der untersuchten nicht-skelettalen Erkrankungen zuverlässig verhindert.
    https://doi.org/10.1016/S2213-8587(13)70165-7
    https://pubmed.ncbi.nlm.nih.gov/24622671/
  • [4] Vitamin D supplementation and total mortality
    Autier P., Gandini S. (2007)
    Vitamin D supplementation and total mortality: a meta-analysis of randomized controlled trials.
    Archives of Internal Medicine, 2007; 167(16):1730–1737.
    Diese Meta-Analyse berichtete eine niedrigere Gesamtsterblichkeit unter Vitamin-D-Gabe. Die Aussage muss jedoch vorsichtig eingeordnet werden: Nur eine der eingeschlossenen Studien hatte Sterblichkeit als eigentlichen Endpunkt, viele Studien untersuchten ursprünglich andere Ziele wie Frakturen, Knochendichte oder Stürze, und eine unabhängige Bewertung sah die Zuverlässigkeit der Schlussfolgerung als unklar an.
    https://doi.org/10.1001/archinte.167.16.1730
    https://pubmed.ncbi.nlm.nih.gov/17846391/
  • [5] Vitamin D und Knochengesundheit
    Bolland M. J. et al. (2018)
    Effects of vitamin D supplementation on musculoskeletal health: a systematic review, meta-analysis, and trial sequential analysis.
    The Lancet Diabetes & Endocrinology, 2018; 6(11):847–858.
    Diese systematische Übersichtsarbeit mit Meta-Analyse kam zu dem Ergebnis, dass Vitamin-D-Supplementierung Frakturen oder Stürze nicht verhindert und keine klinisch bedeutsamen Effekte auf die Knochendichte zeigt.
    https://doi.org/10.1016/S2213-8587(18)30265-1
    https://pubmed.ncbi.nlm.nih.gov/30293909/
  • [6] Vitamin D trotz Sonne niedrig / Hawaii
    Binkley N. et al. (2007)
    Low vitamin D status despite abundant sun exposure.
    Journal of Clinical Endocrinology & Metabolism, 2007; 92(6):2130–2135.
    Die Studie fand niedrige Vitamin-D-Werte trotz reichlicher Sonnenexposition. Sie stellt damit die einfache Annahme infrage, dass viel Sonne automatisch zu hohen 25(OH)D-Werten führt.
    https://doi.org/10.1210/jc.2006-2250
    https://pubmed.ncbi.nlm.nih.gov/17426097/
  • [7] Vitamin D und Herz-Kreislauf-Ereignisse
    Pei Y. Y. et al. (2022)
    Association of Vitamin D Supplementation with Cardiovascular Events: A Systematic Review and Meta-Analysis.
    Nutrients, 2022; 14(15):3158.
    Diese Meta-Analyse randomisierter klinischer Studien fand keinen Zusammenhang zwischen Vitamin-D-Supplementierung und einem niedrigeren Risiko für kardiovaskuläre Ereignisse.
    https://doi.org/10.3390/nu14153158
    https://pubmed.ncbi.nlm.nih.gov/35956336/
  • [8] Sedrani / Saudi-Arabien
    Sedrani S. H. (1984)
    Low 25-hydroxyvitamin D and normal serum calcium concentrations in Saudi Arabia: Riyadh region.
    Annals of Nutrition and Metabolism, 1984; 28(3):181–185.
    Diese Untersuchung zeigte niedrige 25-Hydroxyvitamin-D-Werte bei Menschen in der Region Riad, während die Serum-Calciumwerte normal blieben. Das unterstützt die Frage, wie eindeutig niedrige 25(OH)D-Werte allein gesundheitlich einzuordnen sind.
    https://doi.org/10.1159/000176801
    https://pubmed.ncbi.nlm.nih.gov/6610383/
  • [9] EU-Biozid-Verordnung
    Verordnung (EU) Nr. 528/2012
    Verordnung über die Bereitstellung auf dem Markt und die Verwendung von Biozidprodukten.
    Diese Verordnung bildet den rechtlichen Rahmen für Biozidprodukte in der EU. Sie regelt die Genehmigung von Wirkstoffen und die Zulassung von Biozidprodukten.
    https://eur-lex.europa.eu/legal-content/DE/TXT/?uri=CELEX:32012R0528
  • [10] Cholecalciferol als biozider Wirkstoff / UMCO
    UMCO GmbH – Biozider Wirkstoff Cholecalciferol (Vitamin D3) für Rodentizide
    UMCO beschreibt Cholecalciferol als bioziden Wirkstoff für Rodentizide und weist darauf hin, dass Cholecalciferol aufgrund endokriner Eigenschaften als zu ersetzender Wirkstoff gilt. Die Genehmigung erfolgte 2019 auf Basis einer Ausnahmeregelung.
    https://www.umco.de/blog/biozide/biozider-wirkstoff-cholecalciferol-vitamin-d3-fuer-rodentizide-verlaengerung-der-genehmigung.html
  • [11] Cholecalciferol als Rodentizid / Scientific Reports
    Noh A. A. M. et al. (2023)
    Efficacy of cholecalciferol rodenticide to control wood rat, Rattus tiomanicus and its secondary poisoning impact towards barn owl, Tyto javanica javanica.
    Scientific Reports, 2023; 13:2854.
    Die Studie untersuchte Cholecalciferol als Rodentizid zur Kontrolle von Holzratten und betrachtete auch mögliche Sekundärvergiftungen bei Schleiereulen. Sie ist relevant, weil sie Cholecalciferol ausdrücklich im Kontext der Nagetierbekämpfung untersucht.
    https://www.nature.com/articles/s41598-023-29499-8
    https://doi.org/10.1038/s41598-023-29499-8
    https://pubmed.ncbi.nlm.nih.gov/36808172/
  • [12] Vitamin D und Anti-Aging / Hallmarks of Aging
    Ruggiero C. et al. (2024)
    Targeting the Hallmarks of Aging with Vitamin D: Starting to Decode the Myth.
    Nutrients, 2024; 16(6):906.
    Diese Übersichtsarbeit ordnet Vitamin D im Zusammenhang mit Alterungsprozessen ein. Die Autoren schreiben, dass die Evidenz zu möglichen Effekten von Vitamin D auf die Hallmarks of Aging beim Menschen bisher begrenzt ist und überwiegend auf präklinischen Modellen beruht.
    https://www.mdpi.com/2072-6643/16/6/906
    https://doi.org/10.3390/nu16060906
    https://pubmed.ncbi.nlm.nih.gov/38542817/
  • [13] Chinesisches Patent zur Herstellung von Vitamin D3 aus Lanolin
    Sichuan Jianteng Biotechnology Co., Ltd.
    Vitamin D production by using lanolin as raw material / New industrial method for producing vitamin D3 by taking lanolin as raw material.
    Patent CN109761867A / CN109761867B.
    Das Patent beschreibt ein industrielles Verfahren zur Herstellung von Vitamin D3 aus Lanolin. Genannt werden unter anderem Verseifung in Alkohollösung, Gewinnung eines Cholesterin-Zwischenprodukts, Acetylierung, Oxidation, Hydrazonierung, Dehydrohydrazonierung, Hydrolyse und Belichtung. In einem Ausführungsbeispiel werden 50 kg Lanolin mit 500 Litern 80%igem Methanol und 10 kg Natriumhydroxid im Reaktionskessel verarbeitet.
    https://patents.google.com/patent/CN109761867B/en
    https://eureka.patsnap.com/patent-CN109761867A
  • [14] Patent zur veganen Vitamin-D3-Herstellung aus Algen
    Vitamin D3 production from algal processing streams / Cholesterol extraction from algae and preparation of vegan vitamin D3.
    Patent US20110207952A1.
    Das Patent beschreibt ein Verfahren zur Herstellung von veganem Vitamin D3 aus einem Algen-Verarbeitungsstrom. Dabei wird der Strom verseift, unverseifbares Cholesterin wird abgetrennt und anschließend durch UV-Bestrahlung zu Vitamin D3 umgewandelt.
    https://patents.google.com/patent/US20110207952A1/en
  • [15] Patent zu Vitamin-D3-Oralspray mit nicht-tierischem Vitamin D3 aus Flechten
    AU2014101500B4
    Vitamin D3 Oral Spray.
    Das Patent nennt als bevorzugte nicht-tierische Vitamin-D3-Quelle Pflanzen oder Flechtenarten und beschreibt die Gewinnung über Extraktion oder andere Methoden zur Extraktion aktiver Verbindungen aus Pflanzen- oder Flechtenrohstoffen. Außerdem wird als Anspruch formuliert, dass das nicht-tierische Vitamin D3 aus einer Pflanze oder Flechte stammen kann.
    https://patents.google.com/patent/AU2014101500B4/en
  • 16] Bericht zu Vitashine / lichenbasiertem Vitamin D3
    NutraIngredients / Elaine Watson (2012)
    Veggie vitamin D3 maker explores novel production process to secure future supplies.
    Der Artikel beschreibt Vitashine als veganes Vitamin D3 aus Flechten. Laut Bericht werden wild geerntete Flechten gesammelt, gewaschen und anschließend in einem mehrstufigen Prozess mit Ethanol extrahiert, gereinigt und konzentriert, bevor der Stoff in ein pflanzliches Trägeröl gegeben wird. Der Bericht erwähnt außerdem, dass Patentschutz für den Extraktions- und Konzentrationsprozess beantragt wurde.
    https://www.nutraingredients.com/Article/2012/03/13/Veggie-vitamin-D3-maker-explores-novel-production-process-to-secure-future-supplies/

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